Die medienspezische, auch medienwissenschaftlich fundierte Theorie des (situierten) Lernens (Mandl et al.):
Multimediale Lernumgebungen lassen sich "nach den Prinzipien des situierten Lernens gestalten". (Mandl/Gruber/Renkl 1995; Tergan 1995; Duffy/Lowyck/Jonassen/Welsh1993) Sie fördern insoweit produktivere Formen des Wissenserwerbs und ein kreatives Verständnis von Wissen. Wenn Lernen prinzipiell in der Erfahrungswelt situiert ist, handlungsorientiert geschieht und ein konstruktiver Prozeß ist, der sich in einem intersubjektiven symbolisch-medialen Raum abspielt, dann bedeutet die Digitalisierung der Lernmedien schon lerntechnologisch einen qualitativen Sprung. Denn grundlegende lerntheoretische "Forderungen für die Gestaltung von Lernumgebungen" sind hypermedial sehr viel besser zu erfüllen: Die Wissensprobleme der Lernenden können, authentisch situiert, in ihren vielfältigen perspektivischen Brechungen sprachlich artikuliert und reflektiert werden. Hypermediale Netzwerke können"kooperatives Lernen und Problemlösen in Lerngruppen", das "Lernen im sozialen Austausch" unterstützen. (Mandl/Gruber/Renkl 1995; 168ff) Überdies kann das Medium der Wissenskonstruktion selbst re-konstruiert werden - theoretisch und praktisch; die Medialität des Erkennens, Lernens und Wissens kann experimentell erkannt und erfahren werden.
Allerdings bleiben die Designerkünste gegenwärtig noch weit hinter der Theorie des medial situierten Lernens zurück. Die viel beredete Interaktivität der hypertextbasierten Lernumgebungen, der Spielraum zur assoziativen Intervention in das Netzwerk der Textelemente und ihrer Verknüpfungen und zu seiner Rekonstruktion, hält sich in aller Regel durchaus in Grenzen. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte der sein, daß entsprechende hypermedia-didaktische Kompetenzen noch wenig entwickelt sind.
(Aus: AK-P-Papier...)