Problem: Literalität und Medien(konkurrenz):

Harmgarth, F. (Hg.): Das Lesebarometer - Lesen und Umgang mit Büchern in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme zum Leseverhalten von Erwachsenen und Kindern 1995 - 1997. Gütersloh 1999.

Kritik:

Eher eine am Literalitätswandel vorbei gehende bildungs(institutionen)-kritische „Bestandsaufnahme" hinsichtlich der Lektüre von Büchern - bei schwacher Empirie (s. d. Konstruktion des sog. „Lesebarometers"!); angefangen mit dem Begriff des „Lesers": „Der Leser-Anteil liegt heute bei 69 Prozent der erwachsenen Bevölkerung"... „Dieser Anteil ist in den letzten zwanzig Jahren fast unverändert geblieben, legt man die über Jahre gebräuchlich gewordenen <sic!> Definition des Begriffes ´Leser´ zugrunde: Als Leser gilt demnach jemand, der in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein Buch (Gleich welcher Sachgruppe und zu welchem Zweck) gelesen hat"... (9) - Wer alles liest dananch nicht? Und was alles ist demnach kein „Lesen"?

Den Schlußfolgerungen kann ich deswegen gar nicht zustimmen: „Trotz Bildungsboom kein Leseboom"... „Die geschilderten Trends müssen nachdenklich stimmen. (...) Der Bildungsboom ist (...) ohne die erwartetten Konsequenzen für die Lesekultur insgesamt geblieben. (...) Der Anteil derjenigen, die in den letzten zwölf Monaten mindestens ein Buch gelesen haben, ist in den letzten dreißig Jahren nicht größer geworden"...

Insgesamt eine unglaubliche begriffliche, empirische, methodische Ideenlosigkeit - verbunden mit Bildungs-Missionarismus!

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