Das "Verhältnis von Lesekompetenz und literarischer Kompetenz" (Rosebrock 1999):

Lesekompetenz vs Literarische Kompetenz (Rosebrock 1999):

"Lesefähigkeit ist zeichengebunden und bezeichnet technisch die Kompetenz, die Buchstabenschrift zu dechiffrieren. Theoretisch sollte der Bgeriff modelliert werden als die Fähigkeit, sich im Kosmos des Geschriebenen zu orientieren und zu handeln; also als die Fähigkeit, Texte - welcher Art auch immer - angemessen zu nutzen." - "Literarische Kompetenz meint eben die Fähigkeit, Literatur gewissermaßen traditionsbewußt zu rezipieren, also einen ästhetisch konstituierten Text in welcher medialen Gestalt auch immer zu hören, zu sehen oder zu lesen und in seinem kulturellen Kontext zu verstehen. Das heißt: der ästhetische Text muß im Rezeptionsprozeß eingerückt werden in Formen des Verstehens und Deutens, wie sie kulturell überliefert und und von den kanonpflegenden wie Institutionen Schule und Hochschule als Wissensbestand verlangt werden." "Literarische Texte (...) greifen gewissermaßen tief in die psychische Dimension des lesenden Individuums ein, tiefer als etwa Sachtexte." (Rosebrock 1999; 58) - Dh.: "Lesekompetenz als vergleichsweise neutral definiert als die Rezeption von Schrift" und "dagegen literarische Kompetenz" "an den autonomieästhetisch orientierten Begriff der Schönen Literatur, wie er seit gut 200 Jahren Gültigkeit beansprucht", gebunden. (Rosebrock 1999; 59) - "Lesekompetenz in diesem Sinne der Literalität, der Mündigkeit und der Kundigkeit im Kosmos der Schrift"... (Rosebrock 1999; 59).

"Während literarische Kompetenz auch in ihren audiovisuellen Varianten letztlich als Buchkultur beschrieben werden muß, bezieht sich Lesekompetenz auf Schriftkultur." (Rosebrock 1999; 61)

Es bestehe also ein gewisser "Widerspruch zwischen einem ästhetisch zentrierten und einem neutralen Begriff von Literalität" (insbesondere unter didaktischen Aspekten). (Rosebrock 1999; 62); es gebe (fachdidaktischen) einen "Zielkonflikt zwischen ästhetischer und medialer Zentrierung des Literaturbegriffs" (Rosebrock 1999; 63); einen "Zielkonflikt Lesekultur versus literarische Kultur"; es gebe eben - "während der Kindheit nicht wirklich voneinander zu trennen" - "ästhetisch konstituierte und informatorisch zentrierte Rezeptionsmodalitäten"(Rosebrock 1999; 64). Das "Korpus der Kinderliteratur" enthalte "als Ganzes strukturell ein Curriculum des Ewerbs auch schriftsprachlicher poetischer Strukturen". (Rosebrock 1999; 65). Eben deswegen auch: "Chancen der Verknüpfung von Leseförderung und literarischem Lernen" (Rosebrock 1999; 66)

Folgerung/Fazit: "Kenntnisse über Lesesozialisation und Literaturerwerb müssen eine zentrale Position in den Studienplänen erhalten" (Rosebrock 1999; 67); es sein "Lesesozialisationsforschung als Grundlagenforschung der disziplinären Literaturdidaktik zu bezeichnen" und "Literaturforschung mit Leseforschung zu vermitteln". (Rosebrock 1999; 68)

<Merkwürdiger Versuch, einen konventionelle Praxis literarischer Lektüre von den anderen Praktiken der Lektüre zu unterscheiden: "Lesen" als ein Umgang mit schriftsprachlichen Texten - "literarische Lektüre" als ein "ästhetischer" Umgang mit literarischen Texten welcher medialen Form(en) auch immer. - Läuft das nicht darauf hinaus, tradierte und kanonisierte Praktiken, Stile und Attitüden des Lesens, der Lektüre normativ gegen andere literale Praktiken, Stile und Attitüden des Lesens, der Lektüre zu setzen? Noch dazu mit Hilfe von wenig differenzierten text(sorten)- und schrift- wie kunsttheoretischen Unterscheidungen?!>

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