Schrift als kulturelles Medium; Schrift als "zweites", als literales Sprachsystem (Stetter 1997):

Der Stellenwert, die Logik der Orthographie: "Buchstaben werden und wurden erst recht nicht bei der Entwicklung des Alphabets dazu verwendet, Laute zu bezeichnen, sondern ausschließlich dazu, lesbare Wörter oder Texte zu schreiben." (Stetter 1997; 59) "Getrennt- und Zusammenschreibung, Groß- und Kleinschreibung und Interpunktion werden (...) ausschließlich von den syntagmatischen Relationen der Wörter des jeweiligen Textes bestimmt." (Stetter 1997; 65) "Wort und Satz werden so im jahrtausendelangen Gebrauch der Alphabetschrift als formale Kategorien des Textes allmählich ausgeprägt"... (Stetter 1997; 65) Dh.: Es gibt "einen intrinsischen Zusammenhang von Alphabetschrift und Grammatik" (Stetter 1997; 273) - und man kann gerade nicht sagen, daß "die Alphabetschrift die Sprache repräsentiere" (Stetter 1997; 273).

"Schreiben hat stets die Form der Konstruktion eines Textes, und diese besteht in der Verknüpfung von Elementen - Wörtern, Sätzen, sonstigen Zeichen - zu einer Textur. Text ist dasjenige, was geschrieben und verstanden wird, die Textur das, was geschrieben ist und gelesen wird." (Stetter 1997; 294) "Der Charakter der Formalität, dem wir im Begriff der Grammatik auf die Spur gekommen waren, dasjenige, was Theorie ausmacht, muß sich aus der Differenz von Text und Textur entfalten." (Stetter 1997; 298) <aha...>

 

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