Intertextualität ist die Verbindung aller Texte untereinander zu einem bestimmten Thema, in einer bestimmten Sprache oder in einer bestimmten Kultur. Einfacher formuliert: Jeder Text, der entsteht basiert auf anderen Texten, die vorher da waren, und diese basieren wieder auf anderen usw. Diese Beziehungen zwischen Texten sind derart komplex, dass es unmöglich erscheint, sie aufzuzeigen, gerade weil viele dieser Beziehungen anonym und unbewusst sind. Frei nach Roland Barthes könnte man sagen:
Mein "Ich" (also mein Bewusstsein), das sich einen Text vornimmt und interpretiert, ist nicht unbelastet und unschuldig, sondern es ist selber eine Ansammlung anderer Texte und Codes, die unbegrenzt sind und deren Ursprünge (im Laufe der Zeit) verloren gegangen sind.
Das Bewusstsein wird hier verstanden als eine Ansammlung von Texten, die es formen, und die damit auch unsere Perspektive auf die Welt und alles was wir erfahren beeinflussen. Diese neuen Texte werden dann wiederum Teil des Bewusstseins und prägen ihrerseits unser Weltbild mit usw.

Um dieses sehr komplizierte philosophische Gebiet der Intertextualität etwas zu vereinfachen, kann man sie auch konkreter betrachten:
"Intertextualität bezeichnet ein konstitutives Struktur- und Wirkprinzip poetischer Texte. Danach ist jeder literarische Text das Ergebnis von Transformationen einer Vielzahl weiterer konstitutiver Texte und Textstrukturen, d. h. semiotischer Codes und kultureller Zeichensysteme. Somit kann jeder Text (z. B. durch Zitate) auch als Verweis auf vorhergehende Texte verstanden werden. U. Eco hat mit seinem Roman >Il nome della rosa< ( 1980, dt.: Der Name der Rose) ein viel diskutiertes Beispiel der literarischen Verwendung der Intertextualität geliefert." So die Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden.

 

Diese Seite im Pathfinder speichern