Berlin-Pankow
Die S-Bahn hielt kurz vor Pankow mitten auf dem Gleis, grundlos oder damit diese Frau mich erreichte. Sie stellte sich neben mich, sah mich kurz an und sagte: "Bittebitte nimm mich mit zu dir nach Hause. Ich kann für dich putzen, die Küche, das Bad. Ich schrubbe deinen Boden und deine Kacheln!" Ich sagte, "Nein, tut mir leid, das brauch ich nicht. Aber ich kann ihnen eine Mark geben, wenn sie wollen." "Bittebitte, nimm mich mit, ich will es mir doch auch verdienen", erwiderte sie. "In der Küche kann ich dir ein Essen kochen!" "Nein, wirklich nicht, danke." Ich kramte und gab ihr die versprochene Mark, log dabei, daß ich keine Küche und kein Bad hätte. Sie dankte und wimmerte vor sich hin.
Mit dem Ärmel ihres dünnen Mantels wischte sie sich immer wieder unter der Nase lang, schmierte den klaren Schleim breit. Strümpfe oder so etwas trug sie nicht. Offene Schuhe an offenen Füßen, ein halblanges Kleid, darunter schrundige Beine. Ich gab ihr ein Taschentuch, sie wollte noch eins. "Das will ich mir für morgen aufheben, für Sonntag ein Taschentuch." Ich suchte und suchte, fand aber nur ein benutztes. "Gib mir das, bittebitte!" "Nein." Sie riß ihres in zwei Hälften und sagte, "Dann mache ich mir eben zwei draus."