Burgdorf
Radfahrer streifen die südliche Mark
und allerlei Hunde, den Rädern zur Seite,
Die bäume gruppiert, suggerieren noch Weite,
Vier Pappeln im Hintergrund, wolkig wie stark.
Die Aue fließt flach unserm Weg zum Geleite,
und eh man es weiß führt er schon in den Park,
Ein Teich den man halb hinter Waldwuchs verbarg,
Ein Schwan zeigt dort stolz (oder drohend) die Spreite.
Mag sein, daß er hier in der Nähe noch brüte.
Ein Schulschwänzer schnippt einen Stein in die Wellen
und zieht sich den weitenden Kreis zu Gemüte,
daneben der Rest gutgelaunter Gesellen;
Im Wind spielt vom Vorabend noch eine Tüte
und Flaschen, die (seltsam) im Rasen zerschellen.
der außerrömische Brunnen
Am Schloß vorbei tritt man vom Park auf den Platz
in die Mitte der Stadt vor die Brunnenfigur;
Ach Thies, deine Wanne hat keine Statur,
Jede Marketing-Masche ist doch für die Katz,
bleibt der Sinn für das Gute und Schöne geteilt nur.
Ich denk an den Römischen Brunnen, ein Schatz
deutscher Dichtkunst von Rilke. Mir stockt jeder Satz,
Kein Geist schimmert durch die Basalt-Politur.
Mein Schreibversuch: Lange gelingt nur verkapptes
Geklapper, ich dachte mit alten Gedichten
und Ruhe als Handwerkszeug klappt es.
Zu jung und zu glatt ist der Stein für Geschichten,
das Wasser fließt lustlos, da pladdert und schwappt es
und will alle Kunst-Illusionen vernichten.