Leimen
Die Heimatstadt von Boris Becker (Felciatello)
Wenn Asseln sich achteln (Unernst Kandl)
Leimen, seit Jahren als Heimatstadt von Wimbledon-Sieger Boris Becker bekannt, wird am Ortseingang aus Richtung Heidelberg von der Masse der Fabrikgebäude der Heidelberger Zementwerke und des Eternitwerkes dominiert.
Doch im Schatten dieses Industriekolosses blüht eine gastronomische Blume namens "Jägerlust", eine Wirtschaft deren Inneneinrichtung ihrem Namen alle Ehre macht. Sie wird von einer Winzerfamilie betrieben, deren Wein mehrfach ausgezeichnet wurde. Es ist aber nicht (nur) der Wein der einen Besuch lohnt, sondern (auch) die hervorragenden, ideenreichen Gerichte. Es wird kein Schnick-Schnack in falschem Deutsch angeboten, sondern eine kleine Zahl sehr schmackhafter, feiner Speisen.
Die "Stadt" Leimen ist ein Konglomerat von ehemaligen selbständigen Gemeinden mit sehr guten Wohnvierteln am Hang, wo auch Wimbledon-Sieger Boris Becker, nach dem er prominent geworden, war unterkam, einer häßlichen Innenstadt mit nachgebautem Fachwerkkitsch
und sonstigen kunterbunten Baustilen.
Sozialen Brennpunkten (Rußlanddeutsche im Stadtteil St.Ilgen),
einem kleinen noch sehr ländlichen Weiler namens Ochsenbach
und der ländlichen Wohngemeinde Gauangelloch.
Die sogenannte Innenstadt ist von Heidelberg aus in 15 Minuten
mit der Straßenbahn erreichbar.
Dass sie Boris treffen, ist eher unwahrscheinlich, er meidet wohl besonders momentan lieber die alles dominierende Kleinbürgerkultur mit ihrer sozialen Kontrolle und Engstirnigkeit.
© Felciatello - Im Netz
(ein spätpostmodernes Sonett)
In Taschen und Schachteln naschen die Wachteln.
Der Wald wacht mit Macht, und kalt lacht die Nacht.
Schmal aalt sich der Wal, und kahl prahlt der Schakal,
wenn Äbte die Trachten und Frachten verachten.
Kühl grüßt mit Gefühl der Riese den Nil.
Bald krachen die Spachteln.
Und grün sprießt der Müll im Sieb aus Persil,
wenn Asseln sich achteln.
© Unernst Kandl - Im Netz