Recke
Es war einmal.........,
ne so ein Anfang ist voll out (außerdem ist das Tempus falsch). Es ist immer noch, die Geschichte vom Zug spielt sich auch in der Gegenwart noch ab, sie geht weiter, ein Ende ist nicht abzusehen. Alles begann vor vielen Jahren an einem verschneiten Weihnachtsfest im kleinen westfälischen Ort Recke bei Ibbenbüren.
Die ersten Teile des Schreckens fanden ihre Bestimmung im Keller eines kleinen Jungens in der Rosenstraße. Die ersten Schienen fügten sich zu einem
ersten Streckenzug zusammen, das Geschehen nahm seinen schicksalhaften Lauf. Bald fuhr der erste kleine, unschuldig aussehende Zug, bestehend aus einer Lokomotive und einigen wenigen Wagen. Doch die Strecken wurden länger, die Zahl der Wagen stieg. Der kleine Junge wurde älter und baute und baute. Doch es kam langsam das abzusehende Ende. Der Raum wurde weniger, die Anlage wurde größer. Doch die Eisenbahn wollte mehr. Ja, richtig gehört. Die Eisenbahn wollte mehr. Sie war unter unbegreiflichen Umständen zum Leben erwacht. Sie hatte ihren eigenen Willen entwickelt und begriff ihre Existenz als verteidigungsbedürftig. Sie schuf Intrigen, erzeugte lebensgefährliche
Hochspannungen an Stellen, wo diese selbstständig nie aufgetreten wären. Der kleine Junge spürte, dass etwas nicht stimmte. Seine Eisenbahn fing plötzlich an sich zu "verhalten", was für eine Sache gewöhnlich nicht üblich ist. Sie zeigte Launen, blinkte unaufgefordert, fuhr unaufgefordert. Doch der kleine Junge, der nun schon eine Jugendlicher war, ignorierte alle Warnungen seiner Freunde, sich doch bitte von der gefährlichen Anlage fernzuhalten.
Er ging eines Nachts hinunter in den Keller, um nach seiner Anlage zu sehen, da er ein Geräusch gehört hatte. Als er neben ihr stand, blinkten alle ihre Lampen, alle Züge fuhren mit rasendem Tempo. Das Licht ließ sich aber nicht anschalten, die Tür knallte zu. Und dann passierte es. Die Anlage erzeugte einen hellen Stromstoß, der den Jungen traf. Seine Eltern fanden ihn erst am nächsten Morgen. Er kam sofort ins Krankenhaus und musste drei Wochen das Bett hüten. Er erzählte seinen Eltern, er habe selbst auf die Anlage gefasst und dann einen Stromschlag bekommen. Doch er wollte nie wieder in den Keller gehen. Die Anlage wurde von seinen Eltern demontiert und in Kisten auf dem Dachboden verstaut. An diesem Tag schien in ganz Deutschland die Sonne. Nur in Recke gewitterte es wie seit Jahrhunderten nicht mehr.
The End.